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Der Läuterer

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Posts posted by Der Läuterer

  1. "Je mehr ich mich mit diesen seltsamen Themen beschäftige, je mehr bizarre Fotos ich zu Gesicht bekomme, desto mehr will ich auch über die Zusammenhänge wissen..."

     

    "Erzählen Sie mir kurz, was Ihnen damals zugestossen ist. Es interessiert mich sehr."

     

    "Mein Vater war in dieser Hinsicht immer sehr verschlossen. Er weigerte sich stets, mir nähere Details über seinen Besuch bei den Tcho zu erzählen. Er sagte immer, dass es besser wäre, nicht zu viel zu wissen... besser für mich. Er hatte sicher Angst davor, mich mit dem zu schockieren, was er gesehen hatte. Vielleicht hatte er auch Angst davor, mich mit dem zu schockieren, was er getan hatte? Von den acht Scherpas, die mit Ihnen gingen, kam niemand zurück."

     

    "Aber mich hat dieses Nicht-Wissen immer wahnsinnig gemacht. Was bildete sich mein Vater ein? Ich war doch kein Kind mehr. Ich fühlte mich bevormundet und dumm gehalten. Aber was hätte ich tun können, um ihm sein Wissen zu entlocken?"

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  2. "Über diese Erscheinung auf dem Foto kann ich ansonsten nichts sagen. Es ist mir alles ein Rätsel. Aber ich bin mir sicher, dass ich froh bin, das nicht selbst gesehen zu haben."

     

    "Die Hand... dieses Ding. Laut meinem Vater wurde sie einem Priester der Tcho im Kampf von einem der Scherpas mit einem Beil abgeschlagen, als sie bei ihnen waren. Der Priester verlangte die Übergabe von Expeditionsteilnehmern als Gegenleistung für sicheres Geleit durch das Gebiet von Leng..."

     

    "Was dann passierte, war ein grosses Durcheinander und Tumult, als auch noch diese Doppelgottheit erschien."

     

    "Sehen Sie selbst. Hier dieses Foto. Zhar oder Lloigor? Wer weiss schon, was dieses Foto hier zeigt. Aber das ist auch egal."

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  3. "Dort waren sogar haufenweise Spuren."

     

    "Hören Sie denn überhaupt nicht zu? Was glauben Sie wohl, wie viele Spuren über hundert Menschen machen, die ein Lager aufschlagen? Von den Lasttieren mal ganz zu schweigen."

     

    "Ausserdem war die Landschaft nicht wirklich gut geeignet, dort Spuren zu verfolgen. Da hätte selbst Hawkeye nichts gefunden. Kein Neuschnee, sondern nur Eis und Geröll."

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  4. "Arbeiten Sie nicht in der Detektei von Kilmister & Stratton? Was für eine Art Ermittler sind Sie?"

     

    "Ich denke, dass es doch klar auf der Hand liegt, was damals vorgefallen sein muss. Hören Sie, wenn es die Träger gewesen wären, weshalb hätten sie dann einen Bewusstlosen oder Toten mitschleppen sollen? Und weshalb hätten sie in völliger Dunkelheit in die Höhle gehen sollen, um dort die Kamera zu plazieren, wenn sie sich doch vor der Höhle und dem Weitergehen fürchten? Und wieso ist dann dieses seltsame, bizarre Foto auf dem Film? Dann würde der letzte Druck auf den Auslöser der Kamera doch eher die geflohenen Scherpas zeigen, meinen Sie nicht?"

     

    "Plausibler wäre dann doch wohl eher, dass die Scherpas nicht geflohen sind, sondern von diesem Etwas, das vermutlich für Clinton's Verschwinden verantwortlich war und das auf dem Foto zu sehen ist, ebenfalls verschwinden gelassen wurden."

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  5. "Dass Sie Fotograf sind habe ich mir gleich gedacht, Herr Eklund. Aber ich kann Ihnen Ihre Fragen auch nicht beantworten. Nach allen Gesetzen der Fotografie dürfte auf dieser Aufnahme nichts als schwarz zu sehen sein."

     

    "Ton hat nie mit Blitzlichtpulver gearbeitet. Er hatte Angst davor... Angst vor Verbrennungen. Und ich habe ihn immer damit geneckt und aufgezogen. Das mochte er gar nicht."

     

    "Nun, wir fanden seine Kamera in der mit grünem Leder bespannten Metallkassette etwas über 100 Schritte vom Eingang der Höhle entfernt. Die Rudolph's Spezial Cosmos 35 von 1922 darin war unbeschädigt."

     

    "Ich nehme an, dass er diese vor Schreck wohl fallengelassen haben wird. Zumindest gehe ich davon aus."

     

    "Was für eine Kamera benutzen Sie, Herr Eklund? Welch gutes Stück tragen Sie da mit sich in dieser Kameratasche? Darf ich mal einen kurzen Blick darauf werfen?"

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  6. Nachdem sich Matilde und Clive in Richtung Waschraum aufgemacht haben, wendet sich Frau Marquard an Ove. "Was ist mit Ihnen, Herr Eklund? Fühlen Sie sich unwohl mit mir allein? Befürchten Sie vielleicht, dass ich Sie verspeisen würde?"

     

    Sie schaut Dich aufmerksam an und beobachtet Dich. "Sie haben mich nach dem verschollenen Forscher und dessen Foto gefragt, Herr Ecklund."

     

    "Dieses Foto habe ich auf dem Bahnhof von Kalkutta aufgenommen, als dort unser Gepäck aufgeladen wurde. Clinton ist der Blonde in der Mitte."

     

    "Und hier vermisst er, ganz Anthropologe, die Gesichtsproportionen eines Tibeters. Er hat während der Expedition viele Einheimische vermessen und portraitiert."

     

    "Dieses Foto hatte er von mir gemacht, drei Tage nachdem wir das Dorf Lemithang im Nordwesten passiert hatten, am Fusse des über 7000 Meter hohen Berg Masagang. Hier sind wir auf etwas über 3000 Metern. Interessant auf unserer Reise war, dass das Land gar nicht so kahl und steinig war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es war zumeist grün oder auch weiss, je nach Höhe. Etwa 2/3 des Landes ist üppig bewaldet."

     

    "Ich glaube übrigens nicht, dass Ton sich bei Nacht und Nebel davonstahl. Ich denke, dass er diese Nacht schlicht nicht überlebt hat. Irgendetwas hat ihn verschleppt und/oder getötet. Aber die Rache der Tcho war es sicherlich nicht. Ton war ein gewissenhafter, verlässlicher Forscher und als solcher neugierig. Und wie heisst das Sprichwort so schön? Die Neugier ist der Katze Tod."

     

    "Die anderen Expeditionsteilnehmer gingen damals nach zweitägiger Suche davon aus, dass in dieser schicksalhaften Nacht, als die Träger verschwanden, Ton während seiner Wache ihnen die Flucht ermöglichte und mit ihnen fortging."

     

    "Ich glaube, dass irgendetwas seine Aufmerksamkeit erregte, er der Sache nachging und starb. Und dass einige der Träger diesen unbeobachteten Moment ausnutzten und sich unbemerkt absetzten."

     

    "Haben sie schon einmal etwas wirklich Mysteriöses erlebt, dass sich nicht rational erklären liess? Der Verstand versucht immer den logischsten Weg zu gehen. Und die plausibelste Erklärung war, dass er geflohen sein musste."

     

    "Er konnte sich ja nicht einfach in Luft aufgelöst haben. Oder doch? Er hatte einen Revolver bei sich, doch niemand hörte Schüsse. Auch hörte niemand einen Schrei. Es wurde auch gemutmasst, dass er in eine Gletscherspalte gestürzt sei, aber im Umkreis von fast einem Kilometer fanden sich keine solchen. Als hätte sich das Eis aufgetan und ihn verschlungen."

     

    "Hatten wir, als wir dieses Tor aus Schichtsteinen durchschritten, mehr durchschritten als nur einen primitiven Torbogen? Dies war natürlich Unsinn. Aber war es das wirklich? Heute weiss ich es besser. Es war sicher nicht dieses Tor. Aber es markierte eine Grenze. Einen Übergang von einer Welt in eine andere Welt."

     

    "Das mag jetzt sicher verrückt klingen, aber es gibt weit mehr, als uns die Schulweisheit einzureden versucht. Etwas hatte Ton gepackt und mit sich gezerrt..."

     

    "Wir suchten nach ihm. Natürlich. Wir konnten ihn nicht einfach so aufgeben. Aber wir fanden nur seine Kamera tief in der Gletscherhöhle. Und als wir nach unserer Rückkehr das Material entwickelten, wussten wir, dass dieses letzte Foto seinen Mörder zeigte... Er hatte kein simples Steinrelief fotografiert. Und auch keine Felszeichnungen, denn dort gab es keinen Fels. Zumindest keinen sichtbaren. Die Felsen waren unter einem viele Meter dicken Eispanzer begraben."

     

    "Hier habe ich eine Vergrösserung des Fotos." Sie holt eine gefaltete, grössere Version des Fotos aus dem hinteren Einbanddeckel und entfaltet diese. "Schauen Sie sich das Bild noch einmal genau an. Kneifen Sie die Augen leicht zusammen und konzentrieren Sie sich."

     

    ...

    ...

    ...

     

    "Sehen Sie es auch? Die Kreaturen auf dem Foto scheinen sich zu bewegen. Sie kriechen am Rand entlang, als würden Sie, wie in einer Prozession, spiralförmig um die Mitte herum kriechen. Und dieses Ding in der Mitte, das aussieht wie eine Theatermaske? Es scheint sich vor und zurück zu bewegen..."

     

    "Sehen Sie genau hin. Konzentrieren Sie sich auf die Mitte des bizarr-grotesquen Fotos."

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  7. Das mit den Leichen und Kannibalen war nur ein Joke. Ich versuche mich gerade mal wieder etwas weniger berechenbar zu machen. Und siehe da, jeder dachte, da kommt etwas mega ekliges.

     

    Ihr dürft Euch jetzt aber auch gerne mit Fragen an Elisa wenden. Die Bildersuche im Netz war sehr anstrengend zu zeitintensiv. Ich hätte es auch stückeln können, wollte den ersten Teil aber aus einem Guss machen. Der nächste Teil hat dann sicher auch weniger Fotos...

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  8. "Wir kamen mit dem Schiff über Kalkutta nach Indien und dann ging es weiter mit dem Zug nach Norden. Hier sind Karten von dem Gebiet." Elisa öffnet zwei alte, vergilbte Landkarten.

     

    "Schauen Sie hier. Da sind wir schon in Bhutan oder Druk Yul wie es die Einheimischen nennen und besorgen uns Proviant und Bauholz. Ausserdem warben wir überall noch Träger und Führer an. Mit 108 Trägern, 5 Führern, 3 Übersetzern, 40 Yaks und 12 Maultieren zogen wir weiter. Unsere Karawane machte sich auf den beschwerlichen Weg in Richtung Norden.

     

    "Dieses Foto entstand nach dem zwölften Tag, als wir unser Lager am Paro Chhu Fluss aufgeschlagen hatten. Hier werden am nächsten Tag die Tiere wieder beladen. Je weiter wir voran kamen desto wilder wurde die Landschaft. Irgendwann gab es keine Brücken mehr und die Bäche und Flüsse mussten unter grossen Anstrengungen und Gefahren überquert werden.

     

    "Dies ist eine wunderschöne, alte Burg. Sie heisst Drugyal dzong. Ein massiver Steinbau mit vorgelagerten Rundtürmen. Ein Schloss in den Wolken."

     

    "Das hier ist ein Foto eines Scherpa mit Yaks und hier ein Teilnehmer der Expedition und hier sind wir nach einem steilen Aufstieg kurz vor dem Tiger Nest Kloster, das von den Einheimischen Taktsang genannt wird. Wir verbrachten eine Nacht dort, beteten in dem dortigen heiligen Tempel und zogen dann weiter. Dies ist ein Foto vom Innenhof des Klosters am Abend. Danach kamen wir nur noch in ein einziges Dorf. Der letzte Blick auf menschliches Leben bevor wir nur noch Eis, Schnee und Fels vor uns hatten."

     

    "Unsere Träger waren richtig harte Burschen. Sie stiegen mit über hundert Kilo Gepäck an Ausrüstung, ohne Steigeisen und Schuhe vereiste Hänge hinauf wie eine Bergziege; bei Steigungen von bis zu 40 Grad Hangneigung. Hier opfern sie den Göttern und beten für gutes Wetter und einen sicheren Aufstieg."

     

    Weiter und weiter führt Frau Marquard Euch durch die Bücher. Seitenweise Einträge, viele Zeichnung und eingeklebte Fotos, die immer wieder die Texte verdecken. "Hier. Das ist auch sehr interessant. Der letzte Blick zurück in ein Tal, das wir durchwandert haben, nachdem wir ein Tor durchquerten, das uns schliesslich auf ein Plateau führte, das die Einheimischen Leng nannten."

     

    "Dies war unser Weg in der gebirgigen Region. Ein Führer brachte uns zu diesem Gebirgszug. Dort in der Nähe der zwei Gipfel, für welche die Einheimischen keinen Namen hatten, war ein Gletscher, der eine grosse Höhlung hatte, durch die ein Gletscherbach floss. Herrlich klares Schmelzwasser, das zu kalt war, um es zu trinken. Es war sonderbar, denn es erwärmte sich fast nicht. Einer der Träger verstarb unter grossen Schmerzen, als er es mit einem Becher schöpfte und herunterstürzte. Sein Hals war schliesslich völlig steif gefroren. Wir begruben den armen Kerl unter ein paar Steinen.

     

    "Die Eishöhle war riesig. Auf Steinaltären aus aufgehäuften schweren, grossen Bruchsteinen lagen die Leichen von zahllosen menschlicher Körper unter einem dicken Eispanzer, wie bei einem Schneewittchensarg. Dies hier ist das Gesicht eines dieser Toten, ohne die Eisschicht und versteinert. Wir schlugen unser Lager vor dem Eingang der Höhle auf. Nach dieser Nacht fehlten uns neunzehn Träger, die sich aus dem Staub gemacht hatten, aus Angst vor der Rache der Tscho, denen man die Macht über Eis und Schnee nachsagte... So erzählte es uns zumindest unser Führer. Wir wussten damals noch nicht, dass es sich bei dieser Leiche um einen Tscho gehandelt hat."

     

    "Dieses Foto machte einer unserer englischer Begleiter, Clinton 'Ton' Baisedale. Es ist überaus verstörend. Wo genau er dies aufnahm haben wir nie erfahren. Vielleicht ging er nachts noch einmal alleine in die Höhle hinein? Wir haben es nie erfahren. Er blieb verschwunden. Wir glaubten damals, dass er sich zusammen mit den Trägern aus dem Staub gemacht hatte. Hätten wird damals das Foto bereits entwickelt gehabt, vielleicht wäre dann vieles anders gekommen. Vielleicht wäre die Expedition durch meinen Vater auch abgebrochen worden. Aber so brachte uns unser Führer immer weiter und weiter."

     

    "Nachdem wir die Gletscherhöhle durchquert hatten, kamen wir vielleicht nur hundert Meter unterhalb des Gipfels wieder ins Freie. Einige von uns kämpften mit der Höhenkrankheit. Der Sauerstoffmangel setzte uns sehr zu. Wir wurden dennoch für unsere Entbehrungen belohnt, denn vor uns tat sich eine grandiose Landschaft auf. Wir hatten einen überwältigender Blick hinab auf unser Zielgebiet. Ist das nicht ein unglaublicher Ausblick?"

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  9. Es gibt ja schon verdammt abartige Fotos im Netz. Ich weiss gar nicht, ob ich die hier zeigen darf, wenn ich so an den Jugendschutz denke. Mann oh Mann. Das ist echt heikel. Aber Nyre kuckt es nicht an und andere verirren sich nicht in unser Spiel. Selbst Blackdiablo ist mittlerweile ja volljährig.
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