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Joran

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Everything posted by Joran

  1. Ich sag's mal so: "Charaktertechnisch überaus nachvollziehbar, aber aufs Szenario bezogen stellt das keine" progressive "Option dar".
  2. Dann wünsche ich Dir gute Besserung, Nyre! Vom Sohnemann angesteckt?
  3. Mangel an anderen Optionen. Mehr fällt mir eigentlich nicht mehr ein. Immerhin sagt der SL, wir tappen "noch" im Dunkeln. Das verspricht Änderung. Solange wir ratlos sind, bleibt uns nur, eine Option nach der anderen abzulaufen. Alternativ könnte man nach die Fleischerei suchen oder nach dem Wachsfigurenkabinett oder der Casement-Karte nachgehen oder die Reporter befragen, aber das alles verspricht mir nicht so viel Erfolg. Was sollten wir z.B. machen, wenn wir die Fleischerei ausfindig machen und dort Menschenfleisch verarbeitet wird? Die Polizei rufen? Dalgliesh gehörte ja zu den Kanibalen! Alle umbringen? Dann kriegen wir wieder Ärger und sind am Ende vermutlich nicht schlauer. Die Fleischer sind doch eher die unterste Hirarchieebene, vermute ich. Das ist ein kleiner Puzzlestein, aber vermutlich kein wirklich wichtiger. Matilde hatte ja in NiN schon einmal mit Kanibalismus zu tun, oder? Siehst Du da Bezüge?
  4. Clive Ich ziehe Kraft aus Matildes Zuneigung und ich drücke leicht ihren Arm. "Du hast recht. Wir haben ihn immerhin gewarnt", sage ich traurig. Ich betrachte das Ergebnis diese Tages. "Ich habe Dich gewonnen, Matilde. Aber wir verlieren diesen Kampf, bevor wir überhaupt herausgefunden haben, gegen wen wir kämpfen. Erst Kristine ... dann Cainnech ... Wer wird der nächste sein? Ich kann nicht zulassen, dass Du das bist, Matilde! Es muss etwas geben, was ich tun kann, um das zu verhindern." Ein wenig erschrecke ich vor mir selbst, als mir bewusst wird, wie weit ich gehen würde, um Matildes Sicherheit zu gewährleisten.
  5. Schwache Option. [...] Gut dann machen wir eben mit Hollsang und danach Werefkin weiter und ignorieren die Erpresser. Aber zunächst einmal kommt jetzt die Nacht. Mal sehen, ob es ruhig bleibt.
  6. Clive "Ich bringe Dich jetzt erst einmal zurück in die Pension. Im Büro sehen wir nach Luni und rufen ein Taxi. Mr. Eklund, ich würde mich freuen, wenn Sie mit uns kommen würden. Es würde morgen früh einiges vereinfachen, wenn wir gleich beisammen wären und uns um Ihre Verlobte kümmern können. Es wäre auch sicherer, wenn wir zusammen bleiben. Cainnech ... braucht sein Zimmer ohnehin nicht. ... Und sonst wären auch noch genug Zimmer in der Pension unbelegt." Ove Eklund willigt etwas zögerlich ein. Erschrocken fahre ich herum, als ich den fast lautlosen Schritt von Dr. Baxter vernehme, der sich mit etwas Verzögerung nähert. Sein Gesicht ist ausdruckslos wie meistens. Ich dehne meine Einladung nicht auf seine Person aus, auch wenn das als unhöflich aufgefasst werden könnte. Ein unbestimmtes Gefühl hält mich davon ab. Etwas sagt mir, dass er eine solche Einladung ohnehin nicht annehmen würde. "Ob Dr. Baxter wohl verheiratet ist, ob er Kinder hat? Oder geht es ihm wie mir? Soll Matilde ihn fragen, ob er mitkommen möchte. Sie kennt Dr. Baxter besser als ich." Als Gavigan kommt, lassen wir uns von ihm aus dem Haus führen.
  7. Können wir am nächsten Morgen machen, aber ich als Spieler glaube, dass die Hand eher nur dazu diente, uns in das Auktionshaus erst einmal hereinzulocken. Ich glaube nicht wirklich, dass ihr eine große Bedeutung zukommt. Immerhin wurde bei dem Überfall auf das Auktionshaus die Hand auch überhaupt nicht angerührt, sondern nur ein paar Bücher und die ägyptische Maske. Auch Hartmut schien die Hand nicht besonders wichtig zu nehmen. Ihm waren die sechs Finger offenbar aufgefallen. Das einzige, was für eine Bedeutung der Hand bislang sprechen könnte, wäre der irrwitzige Preis, den Höllsang dafür zu bieten bereit ist. Charaktertechnisch überaus nachvollziehbar, aber aufs Szenario bezogen stellt das keine Option dar. Gut ... Dann muss das Szenarion den Charakteren vielleicht etwas entgegen kommen! Nein im Ernst. Du schreibst doch auch vielerorts, dass Charakterspiel Dir sehr wichtig ist. Dann sind charaktertechnische Erwägungen ein zentrales Element. Das funktioniert aber nur, wenn die Bälle hin- und auch zurückgespielt werden. Im Moment sind wir nur Schießbudenfiguren. Das verursacht bei mir keinen Grusel sondern vollkommene Ratlosigkeit. Wie dem auch sei: Bis Clive und Matilde überhaupt abreisen könnten, vergehen noch Stunden. Ggf. haben wir auch noch den Vormittag. Aber vor 14.00 Uhr muss sich irgendetwas verändert haben: Bis dahin brauchen wir etwas Klarheit oder eine Handlungsoption. Wir können ja überhaupt nicht agieren, sondern bestenfalls reagieren und bleiben so dumm wie am Anfang. Vielleicht sind wir ja auch nur zu dämlich, irgendwelche Hinweise zu erkennen. Ein weiterer Alternativvorschlag: Wir ziehen uns auf das einsame Anwesen der Strattons zurück und verbrikadieren uns dort bis zum Auktionstermin. An dem nehmen wir dann teil. Die Versteigerung scheint doch ein zentrales Element des Abenteuers zu sein. Weil wir vorher keinen Einfluss auf die Geschehnisse nehmen können, sondern uns nur fortwährend in Gefahr bringen, entziehen wir uns so den Angreifern. Wenn medizinisch vertretbar, könnte man eine Krankenschwester engagieren und Kristine Gren auch dorthin holen. Cainnechs Freilassung könnte man von dort mit dem Telefon voranbringen, falls noch möglich und sinnvoll. Das will ich meinen!
  8. Penhew hat leider einen an der Klatsche. Aber so gänzlich unerwartet kommt das jetzt nicht. Wir erzählen im davon, dass man versucht uns umzubringen und er will uns erst einmal seine Spielzeuge zeigen. Mag ja ein toller magischer Spiegel sein. Aber er hatte offenbar keinerlei Bedeutung für die Lösung unserer Probleme, sonst hätte Penhew uns das ja einfach sagen können. Für Scherze waren wir ganz offensichtlich nicht aufgelegt. Penhew könnte eigentlich auch 1 und 1 zusammenzählen und sich ausmalen, dass es bei dem Lynchmob, den er beobachtet hat, um den vermissten Cainnech gehen dürfte. Nach alldem bin ich mir nicht mehr sicher, ob Penhew - nur keine Hilfe darstellt oder - vielleicht doch auf der Seite eines unserer Gegner mitmischt. Etwas merkwürdig finde ich auch, das Hartmut Matilde nicht erzählt hat, Aufträge für Penhew zu erledigen. Das war schließlich ihr Nachbar ... aber bei Hartmut passt das natürlich andererseits ins Bild. Ja, wir stehen immer noch mit völlig leeren Händen da und scheinen in London zudem noch Freiwild für jeden zu sein. Wir haben keinerlei konkrete Anhaltspunkte dafür, dass das bei Werefkin oder Höllsang, falls wir die am nächsten Vormittag überhaupt antreffen sollten, anders würde. Ich habe bei den beiden überhaupt kein gutes Gefühl und halte sie eher für Gegner, niemand der uns helfen würde. Wir müssen das Abenteuer nicht aufgeben, aber eine andere Lösung als einen strategischen Rückzug sehe ich im Moment nicht. Wir haben bisher überhaupt nichts in den Händen. Wir wissen weder wer uns bedroht, noch warum. Vielleicht kann man aus sicherer Distanz die Dinge weiterverfolgen? Und dann, wenn wir mehr wissen, ggf. einen neuen Anlauf nehmen? Wir könnten in das Auktionshaus eindringen und versuchen, die Maske zu zerstören, in der Hoffnung, dass sie der Ursprung des Bösen ist. Aber das sind reine Mutmaßungen. Sollen wir uns da alleine auf Oves Gefühle verlassen? (Als Spieler muss man da ja auch sagen, dass Puklat das alles selbst eingebracht hat und damit völlig falsch liegen könnte.) Warum sollten Clive und Matilde bleiben? Es gibt nichts was sie in London gewinnen könnten. Es gibt nichts was sie hier ausrichten können. Was Cainnech betrifft, wird es bestenfalls Tage dauern, bis wir den aus dem Polizeigewahrsam bekommen. Mit der Kaution, das wird nicht funktionieren. Das setzt eine gerichtliche Entscheidung voraus und ist mit Auflagen verbunden, insbesondere dürfte er wohl London nicht verlassen. Wir können für ihn einen Anwalt beauftragen, mehr geht auf legalem Weg nicht. Es hilft Cainnech auch nicht, wenn Matilde und Clive bleiben und morgen abend tot sind. Cainnech könnte auch ein Grund sein, besser vorbereitet nach London zurückzukehren? Kilmister wäre eine etwas billige Lösung des Problems ... Aber ich bin im Augenblick auch ziemlich ratlos.
  9. Clive "Ich bedaure, Lord Penhew. Natürlich können Sie nicht ansatzweise erahnen, wie ernst wir unsere Lage nehmen müssen. Wir haben Ihnen alles anvertraut, was wir irgendwie verantworten konnten. Aber da gibt es mehr ... viel mehr ... mehr als man in einer Nacht erzählen könnte. Bedauerlicherweise bleibt uns keinerlei Spielraum für irgendwelche Experimente, deren Folgen wir nicht einschätzen können. Ich habe zuviele Freunde in meinem Leben verloren, um das Leben von Mrs. Stratton noch gefährden zu können. Sie ist wertvoller als jeder Schatz, den Sie besitzen könnten. Man hat schon zu oft versucht uns zu töten, vor allem Mrs. Stratton. ... Nicht nur in den vergangenen zwei Tagen. Miss Gren kämpft im Krankenhaus mit dem Tode ... Sie haben nicht gesehen, in welchen Zustand man sie versetzt hat. Cainnech wurde von der Polizei verschleppt und er könnte genausogut inzwischen tot sein. Meine Freunde sterben und Sie verwundert es, dass mir im Moment nicht der Sinn danach steht, Ihre 'Schätze' zu bewundern? Sie wissen, dass ich in meinem Leben schon öfters Gefahren ausgesetzt war ... mich ihnen mit meinen Expeditionen immer wieder auf's neue ausgesetzt habe. Daher dürfen Sie mir vertrauen, dass ich nicht einfach nur "überspannt" bin, sondern mir begründete Sorgen mache. Und Mrs. Stratton zu schützen ... sollte für jeden Gentleman selbstverständliche Verpflichtung sein. Mein Problem ist nicht, dass ich Sie für einen Scharlatan halten. Ich weiß, dass Sie das nicht sind. Aber gerade das rechtfertigt es, Fragen zu stellen, bevor man ... sich mit möglicherweise gefährlichen Dingen befasst. Die Schwierigkeit liegt darin, dass ich sonst nicht viel über Sie weiß. Wir wollten Sie vornehmlich warnen und hatten die geringe Hoffnung, bei Ihnen Rat zu finden. Etwas, das uns in unserer Bedrängnis hilft. Ich bedauere aufrichtig, wenn ich Sie gekränkt haben sollte. Und ich bin Ihnen weiterhin sehr verbunden für Ihre Hilfe mit der Polizei. Aber ich muss leider ablehnen, wenn Sie von mir erwarten, mich und meine Freunde Ihnen blind anzuvertrauen, nachdem ich von Ihnen überhaupt erst einen handvoll Sätze gehört habe. Ihre Verärgerung bedauere ich aufrichtig. Aber sie beweist leider nur, dass Sie unsere Sorgen nicht ernst nehmen. Entweder glauben Sie uns nicht oder Sie können oder wollen uns in unserer Not nicht helfen. Ich wünsche Ihnen, dass diese Gruppen ihre Ziele Ihnen gegenüber nicht weiterverfolgen. Leben Sie wohl, Lord Penhew!" Ich wende mich um, fordere Eklund und Dr. Baxter mit einer Kopfbewegung auf, sich ebenfalls zu verabschieden, und folge Matilde aus dem Raum. "Wieder keinerlei nützliche Informationen, die uns weiterhelfen würden. Auch Lord Penhew wusste etwas ... über die Maske, die zur Versteigerung ansteht. Auch er schweigt. Wie Hartmut. Eine Mauer aus Schweigen um uns herum. Wir bleiben ein Spielball, der hin- und hergeworfen wird. Und wir kennen noch nicht einmal die Spieler, die Regeln oder den Preis, um den hier gespielt wird. Es wäre Wahnsinn, länger in London zu verweilen." Es versetzt mir einen Stich, aber ich beginne zu ahnen, dass ich Cainnech hier zurücklassen muss. Und ich befürchte, ihn nicht wiederzusehen. "Ich alleine werde ihm nicht helfen können. Ebensowenig wie Kristine Gren. Ich habe nichts in den Händen, was hier helfen würde. Ich darf Matildes Leben nicht riskieren .. und nicht das Leben ihres Kindes. Cainnech würde das verstehen. Máirín wird mir das nicht verzeihen, ich weiß. Aber mir bleibt keine Wahl. Wir müssen vor Ablauf des Ultimatums fort sein. Penhew war unsere letzte Hoffnung. Ich würde gerne dieses verfluchte Auktionshaus noch vorher den Flammen übergeben. Welche Rolle das Haus oder sein Inhalt auch immer hier spielen mögen, es wäre ein Segen, es den Flammen zu überantworten. Aber ich schulde diesem Pestfurunkel London und seinen Bewohnern nichts ... garnichts!" Als ich mich dem Ende des roten Teppichs nähere, höre ich vor mir die Absätze von Matildes Schuhen energisch auf dem Steinboden hallen. Ich beschleunige meine Schritte, um zu ihr aufzuschließen.
  10. Mir ist gerade aufgefallen: Sowohl die von Clive regelmäßig besuchte Pension in Cardiff als auch die in London liegen in einer "Queen Street" ... Man sollte nicht denken, dass gerade Clive eine Vorliebe für eine solche Adresse entwickelt.
  11. Clive "... in einer anderen Zeit?" Diese Worte stoßen etwas in mir an ... machen mich neugierig. Ich betrachte den Spiegel und seinen Rahmen genauer. Kann es einen Zusammenhang zwischen Penhew und dem Angriff in der Schneiderei geben? Mit einer Hand halte ich Matilde zurück. "Du ganz sicher nicht!", sage ich leise aber äußerst bestimmt. "Wenn überhaupt, dann ist das hier meine Sache ..." Zu Penhew sage ich hingegen lauter: "Bitte werden Sie deutlicher ... erklären Sie es mir! Was soll der Spiegel Ihrer Ansicht nach sein? Ein Tor? Eine Leinwand für projizierte Bilder?" Es ist nicht schwer, Bilder auf einen Spiegel zu projizieren und so den Betrachter irrezuführen. Penhew scheint eine Schwäche für kleine technische Raffinessen zu haben, wie die Sprechanlage zeigte. Im besten Fall ist das hier ein übler Scherz und Lord Penhew macht sich über uns lustig ... glaubt uns nichts von dem, was wir ihm berichtet haben. Meine Gedanken schweifen für einen Augenblick ab: Ich muss an das Lichtspielhaus in Cardiff denken, in das mich Cainnech geschleift hat ... und an die Filmszene im British Museum. "Das ist ... verrückt: Tatsächlich finde ich mich heute in einer Art Museum in London wieder ... mit ägyptischen Statuen ... Wie hieß der Film doch gleich? ... Ich erinnere mich an das Plakat: 'Blackmail' ... abgeleitet von 'Blackhander' ... die Blackmail als die Botschaft eines Erpressers. ... Ein Polizist beim Scotland Yard spielte eine Rolle. ... Ein merkwürdiger Zufall! Vielleicht hätte ich dem Film doch mehr Aufmerksamkeit schenken sollen? Den größten Teil der Handlung habe ich verpasst, weil ich in meine Gedanken vertieft war... Nein, da kann es keinen Zusammenhang geben ... ich bin überspannt und unausgeschlafen ... zu viele Eindrücke in zu kurzer Zeit ... da meint man plötzlich überall Verbindungen zu sehen, die es nicht gibt ... und verliert den Blick für das Wesentliche! ... ... Wie es Cainnech jetzt wohl geht?" ... Meine Frage an Penhew steht noch unbeantwortet im Raum, aber ich trete doch schon langsam vor den Spiegel, wobei ich meine Hand noch einen Augenblick auf Matildes Arm ruhen lasse, um ihr zu signalisieren, dass sie zurückbleiben soll. In mir widerstreiten die Gefühle. Es ist als müsse ich eine Tür aufstoßen, die bisher nur einen Spalt breit geöffnet ist, ohne zu wissen, ob auf dem Türblatt nur ein Eimer mit kaltem Wasser steht oder ob mich im Raum dahinter tatsächlich etwas Schreckliches erwartet.
  12. Clive "Das glaube ich kaum, Sir! Ich werde mich erst wieder besser fühlen, wenn ich England weit hinter mir und meine Freunde in Sicherheit weiß. DANN werde ich mich besser fühlen. Ein Spiegel wird mir dabei nicht helfen!"
  13. Da hast Du recht, Chef. Aber Clive hat immerhin noch seine Susi bei sich!
  14. Aber klaro! https://www.youtube.com/watch?v=OWaHT_Xu3HM
  15. Clive "Ich weiß nicht, ob ich den alten Exzentriker überhaupt verstehen will", denke ich. Mir ist unwohl. "Entweder das hier ist ernst, dann verheißt es nichts gutes, oder es ist ein Scherz, dann steht mir der Sinn nicht danach!" Ich trete einen Schritt zur Seite, neben den Spiegel, und ziehe Matilde mit mir. "Bitte, Sir. Ich will nicht unhöflich sein ... und kein Spaßverderber. Aber die Verlobte unseres Freundes dort liegt bewusstlos auf der Intensivstation. Cainnech wurde von der Polizei verschleppt und ich habe keine Ahnung, wie es ihm im Moment geht. Jemand droht damit, Matilde morgen Mittag zu töten ... und gestern wurden wir fast schon umgebracht. Mir steht angesichts all dessen nicht der Sinn nach Scherzen oder nach Experimenten oder nach Zaubertricks! Unsere Nerven liegen nach diesen Tagen ziemlich blank... Bitte, seien Sie so freundlich: Sagen Sie mir zuerst, worauf dies hinausläuft und wie es uns helfen könnte!" "Selbst wenn diesem Spiegel irgendwelche übernatürlichen Kräfte innewohnen sollten, glaube nicht, dass ich sehen will, was mein Spiegelbild mir enthüllen würde ... nicht mehr heute ... nicht nach gestern ... nicht bevor ich nicht verstehe, was mir in der Schneiderei widerfahren ist."
  16. Der Paranoia-Grad steigt! Weil Penhew kein Arschloch ist, muss er wohl gefährlich sein! Ich will Clive da nicht stehen lassen... Soll er sich doch selbst zu demonstrationszwecken vor den Spiegel stellen ... oder die dumme Exhibitionisten-Katze. Das ist bestimmt nicht nur ein Zerrspiegel, der Clive mal lang und dünn, mal dick und kurz erscheinen lässt.
  17. Was will Matilde Ove signalisieren? Soll er mitkommen oder sitzen bleiben? Noch ist ja auch Baxter anwesend...
  18. Clive Ich stehe auf und folge Lord Penhew. Im Gehen setze ich noch einmal nach: "Es bleibt rätselhaft, warum die Erpresser geglaubt haben, wir würden uns binnen zwei Tagen Zutritt zu Ihren Unterlagen verschaffen und dann auch noch anhand der unpräzisen Angaben die zutreffenden Dokumente ausfindig machen können. Obwohl wir Sie bislang überhaupt nicht persönlich kannten ... und obwohl wir kaum über Talente verfügen, die uns bei soetwas hilfreich wären ... Möglicherweise war das ganze ja auch nur ein Vorwand ... aber zu welchem Zweck? Sollten wir oder einer von uns das Ziel sein, hätte man uns bei vielen Gelegenheiten einfach überfallen können. Wollte man uns in Ihr Haus locken, hätte es dafür kaum einer Todesdrohung bedurft. Nein, auch das ergibt kaum Sinn ..." "Vielleicht wollte man genau die Reaktion auslösen, zu der es letztendlich gekommen ist: Vielleicht wollte die 'La Main Droite' einfach nur eine Trennung der Strattons provozieren? Aber hätten sie diese Reaktion tatsächlich vorher sehen können? Vielleicht wollten Sie Hartmut auch dazu bringen, das Anwesen zu verlassen ... und dabei etwas mitzunehmen? Vielleicht wollte man uns ständig beschäftigen, um uns von etwas ganz anderem abzulenken? Von der Versteigerung? Was hätten wir dort ausrichten sollen? Ich glaube nicht, dass es um die Hand ging, denn das Hartmut zur Verfügung stehende Gebot dürfte für die Organisation kaum ein Hindernis dargestellt haben." Ich schüttle leicht den Kopf und wische diese Gedanken beiseite, besinne mich wieder auf Lord Penhew. Noch immer kann ich diesen exzentrischen Sonderling nicht recht einschätzen. Die erwähnten Kontakte zu Hartmut haben nicht eben dazu beigetragen, mich zu beruhigen. "Penhew hat nur mich angesprochen ... Warum? Weil er mir einen besonderen Sachverstand zutraut? Sofern ein Zusammenhang mit der Auktion bestünde, wüsste er ja, dass ich als einziger die Auktionsgegenstände noch nicht gesehen habe. Am liebsten würde ich Matilde vorsorglich signalisieren, hier mit den anderen sitzen zu bleiben. Wer weiß, was mir nun wieder bevorsteht. ... Aber Matilde würde sich von mir kaum zurückhalten lassen", vermute ich. Ich werfe einen nervösen Blick zurück, um festzustellen, ob und wer sich Lord Penhew und mir anschließt.
  19. Ist doch eigentlich kaum etwas verloren gegangen. Da war ich mir jetzt nicht mehr so sicher. Ich hätte schon vermutet, dass im ersten Post schon mehr gestanden hat. Immerhin hat er mich damals wohl dazu gebracht, weiterzulesen.
  20. Clive "Wir sind uns alle einig darin, den Erpressern nicht nachzugeben. Was Mr. Stratton angeht, dürften jeder von uns sich seine eigene Meinung gebildet haben. Ich stimmen Ihnen darin zu, dass Mr. Stratton mitunter sehr direkt ist. Richtig ist auch, dass er über ein profundes Wissen verfügt ... auch und gerade zu ungewöhnlichen Themen. Aber aufrichtig? Nein, er war Matilde gegenüber alles andere als aufrichtig. Und er lag mit seiner Meinung auch nicht immer richtig. Seine Meinung über mich hat er jedenfalls im Laufe der Zeit korrigiert. Entweder diese Aussage war nicht aufrichtig oder er lag falsch. Aber es nutzt uns wenig, uns jetzt Gedanken über Mr. Stratton zu machen. Er schien den einen oder anderen Verdacht zu haben. Bislang hat er uns an seinem Wissen aber nicht teilhaben lassen, um uns zu helfen. Im Büro hat er uns offenbar nichts hinterlegt. Es ist denkbar, dass er genug Anstand besitzt, um Matilde doch noch Informationen zukommen zu lassen. Nur rennt uns selbst dann die Zeit davon. Außerdem hat er sich sehr deutlich dafür entschieden, Matilde im Unklaren über Dinge zu lassen, die für ihre Sicherheit essentiell wären. Wir stehen nun vor der Entscheidung, London zu verlassen, um uns in Sicherheit zu bringen oder die Vorkommnisse hier aufzuklären. Um hier etwas unternehmen zu können, bräuchten wir Zeit und Informationen. Über beides verfügen wir nicht. Seit ich in London aus dem Zug gestiegen bin, wurden wir gehetzt. Da bleibt wenig Raum für zündende Einfälle. Eine Flucht wird jedoch erschwert durch Cainnechs willkürliche Festnahme und die schwer verletzte Verlobte von Herrn Eklund. Sie ist morgen vermutlich kaum transportfähig ... und doch schätze ich die Risiken für Kristine Gren auf einem Transport geringer ein als in dem Krankenhaus hier, wenn die Entführer erst einmal wissen, dass wir Sie gewarnt haben. Außerdem bliebe die Frage, ob uns unsere Gegner nicht folgen würden ... wenn es ihnen in Wahrheit um Matilde oder mich gehen sollte und nicht um Ihre Unterlagen. Aber Sie wollten uns doch noch etwas über die zur Versteigerung stehende Maske erzählen?"
  21. Ich habe den Bericht an Penhew einmal in einem einzigen Post zusammengefasst. Das ist zunächst nur ein Vorschlag. Obwohl ich das nicht in wörtlicher Rede gehalten, sondern die Themen jeweils nur umrissen habe, ist es schon ein sehr langer Post geworden. Es gibt eben viel zu sagen. Das hat den Nachteil, dass nicht immer ganz klar ist, was wir Penhew erzählt und was wir in dem Bericht unterschlagen haben. Wenn jemand möchte, dass ich an bestimmten Stellen mehr oder weniger sage, editiere ich das wieder. Wenn es Dir, Läuterer, wichtig ist, ob wir bestimmte Details erzählen oder aber weglassen, sollten wir das hier im OFF besprechen. Sonst dauert das Ausspielen unseres Berichts zu lange und wird vermutlich langweilig, weil wir den Inhalt ja bereits kennen. Wir können es aber auch detailliert ausspielen, wenn es von Bedeutung ist, welche Detailinformationen Penhew erhält oder eben nicht erhält. Und die nächste solche Fleißaufgabe überlasse ich dann mal jemand anderen!
  22. Clive Nachdem wir alle Platz genommen haben und Lord Penhew uns gebeten hat, von den Vorkommnissen der letzten Tage zu berichten, tritt einen kurzen Moment Ruhe ein. Weil niemand anders das Wort ergreift, übernehme ich die Aufgabe des Erzählers. Zunächst erzähle ich von den Vorfällen in dem Auktionshaus, nachdem Lord Penhew dieses verlassen hatte. Ich fasse den Bericht meiner Gefährten kurz zusammen, erwähne jedoch nicht, dass diese sich in der Besenkammer versteckt hatte oder Gegenstände sichergestellt haben. Ich lasse bewusst offen, von wo sie die Afrikanerin gesehen haben, nur dass sie ihr an der Eingangstür begegnet sind und diese die Flucht ergriff, als man sie ansprach. Für Lord Penhew sollte so der Eindruck entstehen, dass Dr. Baxter, Mr. Eklund und Matilde auf der Straße vor dem Eingang des Auktionshauses standen, ohne dass ich dies aber je behaupte. Dann erkläre ich, dass ich erst am Folgetag zusammen mit Cainnech angereist bin. Ich berichte von dem gemeinsamen Essen mit den Strattons und von einer 'Person', die uns von der Straße aus im Restaurant offensichtlich beobachtet habe. Das Schimmern und die Mönchskleidung lasse ich unerwähnt. Aber ich führe aus, dass Hartmut für kurze Zeit offenbar 'in seinen Wahrnehmungen getrübt' und danach sehr beunruhigt gewesen sei. Dann erzähle ich präzise, in allen Einzelheiten und wahrheitsgemäß von der Fahrt mit dem Taxi, dem Unfall, den Ereignissen im Teehaus einschließlich der Anrufe und von meinem Besuch in der Schneiderei. Dort kürze ich meinen Vortrag wieder ab. Ich lasse meine Bewusstlosigkeit und die von Matilde ebenso aus wie die Pistole und die von mir abgefeuerten Schüsse. Aber ich erzähle, dort hätten offenbar eine oder gar mehrere Leichen im dunkeln gelegen und berichte von dem Mann am Telefon und dem mantelartigen Wesen, schließlich von dem Angriff an der Tür. Auch die alte Einladungskarte für Sir Roger Casement, die ich dort bei einem Toten gefunden hätte, erwähne ich. Erklärend füge ich hinzu, was Lord Penhew vermutlich ohnehin bekannt ist, nämlich dass ich Ruairí auf mehreren Expeditionen begleitet habe und mit ihm freundschaftlich verbunden war. Weiter berichte ich von Hartmuts Theorie, dass die Angriffe dieses Tages mir gegolten haben sollen. Ich führe aus, was aus meiner Sicht dafür sprechen könnte (z.B. die Beobachtung und der Beginn des Angriffs vor meiner Pension sowie die Einladungskarte) und was dagegen spricht (der Inhalt der Anrufe, die sich auf Matilde, Hartmut und Alexander bezogen). Ich entschließe mich, auch von Hartmuts angeblichen Hinweisen auf Angehörige einer asiatischen Volksgruppe in London zu erwähnen, die wohl aus dem Hochland von Tibet stammten und deren Abbildungen im Wachsfigurenkabinett. Ich berichte von dem Treffen im 'Old Mary's Pub' und dem Auftauchen von Inspektor Dalgliesh und der Aggressivität der anderen Besucher. Hinsichtlich der Fahrt zum Krankenhaus lasse ich die Bilder aus, die Matilde gesehen hat, berichte aber ausführlich über das merkwürdige Verhalten des Inspektors. Dabei behaupte ich, Dalgliesh hätte etwas über eine Fleischerei und später über asiatische Mönche gebrabbelt; was irgendwie bedeutsam geklungen habe. Bei dem Thema Kristine Grenn versuche ich mit Rücksicht auf Ove Eklund die Beschreibung der Verletzungen möglichst sachlich, medizinisch zu beschreiben und erzähle von den Unregelmäßigkeiten in der Krankenakte und den Informationen, die Dalgliesh uns über den angeblichen Überfall in Soho gegeben hatte. Ich erkläre die Hinweise, die für eine Verbindung des Überfalls auf Kristine Grenn zu den Erpressern sprechen. Dann lasse ich Dr. Baxter von dessen Funden in Dalglieshs Wagen berichten. Hinsichtlich des Angriffs auf Matilde über lasse ich dieser das Wort. Sie wird gegenüber Lord Penhew etwas deutlicher als gegenüber der Polizei, lässt aber auch dort zunächst unerwähnt, dass der Körper von Dalgliesh sich in Rauch aufgelöst hat. Schließlich berichte ich von dem Auffälligen Verhalten der Polizisten im Krankenhaus und erwähne auch meine Sorge um Cainnech. Nachdem wir mit unserem persönlichen Bericht geendet haben, verweise ich auf die Zeitungsartikel, die Lord Penhew vermutlich kennt. "Das ist wohl nur die effekthascherische Kleckserei von ein paar ahnungslosen Sensationsreportern. Aber auch die enthält einen wahren Kern ..." Ich breite den mitgeführten Stadtplan aus und erklären die Markierungen. "Zutreffend an den Zeitungsartikeln ist, dass es in diesem Teil Londons zu einer auffälligen Häufung von merkwürdigen Vorkommnissen gekommen ist. Das jedenfalls muss man feststellen." Nach einem kurzen Moment der Stille, in dem die vielen Informationen wirken sollen, füge ich an: "Und nun sitzen wir hier bei Ihnen und ersuchen Sie um Rat ... weniger als einen Tag vor Ablauf dieses Ultimatums. Wenn wir den Entführern morgen um 14.00 Uhr nicht Ihre Unterlagen übergeben, drohen sie damit, Matilde zu töten. Wir hoffen Alexander ist in Sicherheit. Aber wir wissen nicht, ob diese Männer Matilde nicht auch dann ein Leid zufügen, wenn wir ihnen etwas liefern. Wir verstehen nicht einmal, wie viele Akteure in diesem Spiel mitmischen und wo deren Interessen tatsächlich liegen. Wir sind keine erfahrenen Einbrecher und Diebe. Warum fiel die Wahl der Erpresser also auf uns? Was könnte an den Unterlagen überhaupt so interessant sein? Wir könnten natürlich sofort London verlassen ... aber würde uns das dauerhaft schützen, wenn die Angreifer - zumindest ein Teil von ihnen - in Wahrheit ganz andere Interessen verfolgen, die sich auf mich oder Matilde persönlich beziehen? Und würde es Sie vor den Erpressern schützen, die Ihre Aufzeichnungen stehlen wollen? Wir sahen es als unsere Pflicht an, Sie zumindest zu warnen, denn wenn die Erpressung erfolglos bleibt, werden diese Kriminellen vermutlich andere schicken, um das zu holen, was sie begehren ... Die Archäologie kann in der Tat eine gefährliche Passion sein ... zu viele Menschen wollen ihre Früchte für sich alleine besitzen ... oder zerstören. An einem Tag gräbt man noch friedlich, am nächsten wird man von goldgierigen Beamten oder regionalen Stammesfürsten, religiösen Fanatikern oder abergläubischen Arbeitern bedroht. Oder eifersüchtige Kollegen werfen einem Knüppel zwischen die Beine ... versuchen einem den Ruhm der Früchte jahrelanger Arbeit zu stehlen." Nachdem ich geendet habe, lehne ich mich in meinem Sessel zurück und blicke Lord Penhew erwartungsvoll an.
  23. Das ist schade. Ich lese selten Spielberichte, aber der war wirklich sehr unterhaltsam!
  24. Clive "Ja, die Ereignisse sind für uns ähnlich verwirrend. Gerade sprach ich von dem Überfall auf das Auktionshaus. Es wäre vermutlich sinnvoll, wenn wir die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge erzählen, so wie sie sich ereignet haben?"
  25. Clive Ich entscheide, dass es wohl geschickter ist, zunächst auf Lord Penhews Thema einzugehen. "Nein, vielen Dank! Haben Sie die Maske nach dem Vorfall im Auktionshaus ein weiteres Mal in Augenschein genommen? Können Sie ausschließen, dass die Maske gegen eine Replik ausgetauscht wurde? Es erscheint mir doch merkwürdig, dass jemand sich so viel Mühe macht, nur um die Maske in einem Schrank zu verstecken! Meine Gefährten haben nach dem Überfall eine Afrikanerin gesehen, die sich Zutritt zum Auktionshaus verschaffen wollte, damit aber wohl nicht erfolgreich war ..."
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